Eindrücke | Fesch & Frech

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Fesch & Frech im Gespräch

Nachdem das Jahr 2017 schon ein Tage alt ist, aber die Rückrunde der Regionalliga Bayern noch ein wenig auf sich warten lässt, hat Mike von unserhaching.net die Zeit für einen Gegenbesuch bei Fesch & Frech genutzt. Das Gespräch könnt ihr auch auf http://www.unserhaching.net lesen.

1. Wie ist denn das losgegangen mit Fesch & Frech? Seit wann gibt es euch?

Die ersten Zügen liegen eigentlich schon weiter zurück als es unsere Truppe gibt. Die ersten Schritte in Richtung „Casuals“ begannen in Haching Mitte der Saison 08/09. Allerdings alles mehr oder weniger geprägt von einzelnen Stone Island Patches sowie dem damals noch gängigen Ultra-Stil mit der Bauchtasche und den Cargohosen. Ich denke ein besonderer Faktor warum in Unterhaching das ganze Ding mit der Mode so früh anfing sind die Kontakte zu verschiedenen Personen aus Norddeutschland, die durch ihre Nähe und wiederum anderen Kontakte in Richtung der Insel, doch mehr Ahnung hatten und somit auch Einfluss auf uns hatten. Fesch & Frech selbst gibt es nun seit September 2014. Mit der Auflösung der PC, wurde das ganze dann ein bisschen offizieller und gilt nun noch unter den eigenen Leuten als Aushängeschild für die restlich verbliebenen. In Wahrheit sind wir nur 4 Leute die offiziell dabei sind. Der Rest der auf den Bildern zu sehen ist oder mit uns unterwegs ist, gehört zum Umfeld. Wir haben da auch relativ hohe Ansprüche wenn jemand ernsthaft zu uns dazu möchte, denn nicht jeder der ein Ellesse Jäckchen trägt oder sich gerade eine gebrauchte Stone Island Jacke rausgelassen hat ist ein „Casual“. Ich denke immer das wir wahrscheinlich selbst bei Fesch & Frech keine echten Casuals sind, sondern starke Tendenzen dahin haben und es sich eben unter dem Begriff „Casuals“ einfach zusammenfassen lässt.

2. Was kann ich mir denn genau unter dem Begriff „Casual“ genau vorstellen?

Vor fachkundigen Personen kann ich mich bei dieser Frage ja fast nur blamieren. Die Meinungen gehen glaube ich, genauso wie beim Thema „Ultras“, weit auseinander. Für mich persönlich ist es eine Lebenseinstellung. Ich finde großen Gefallen am Thema „Fußball-Mode“ sowie dem britischen als auch dem italienischen Stil sich zu kleiden. Leider ist das in Deutschland bis heute nicht wirklich angekommen. Kaum einer kann was mit dem Thema anfangen außerhalb unserer Subkultur, und nichtmal dort alle. Ich könnte jetzt anfangen zu erzählen woher der ganze Kram stammt usw. aber das ist ja alles schon so oft durchgekaut worden und ich denke wer sich ernsthaft ein Bild davon machen möchte oder eben sich schon auskennt ist der Google-Suchmaschine mächtig. Unter normalen Fans wird man ja eher belächelt für diese Thematik sich am Spieltag in teure Klamotten zu werfen und um zuschauen das ich heute möglichst „best dressed“ meinen Verein vertrete. Wenn ich mir hierbei viele englische oder auch italienische Kurven anschaue, wäre ich was diese Sachen angeht doch lieber dort beheimatet als hierzulande. Fesch & Frech sollen auch kein Vorzeige-Lads sein, da wir doch oft auch einen eigenen Geschmack haben was verschiedene Klamotten angeht, aber ich würde mit Fug und Recht behaupten, dass wir für so eine kleine Szene doch schon teilweise einige schicke und adrette Typen dabei haben die sich sehen lassen können.

3. Wie passen Casuals und Fußball zusammen?

Es ist verdammt schwer Leute sowas näher zu erklären die damit keinerlei Berührungspunkte haben oder hatten .Wie vorhin schon angeschnitten, in Deutschland hat die ganzen Geschichte keine Tradition bzw. keine Historie. Besonders in England ist das ganze schon sehr miteinander verbunden. Wir gehen halt hier mit Trikots (zumindest der normale Fußballverbraucher) und Schals behangen ins Stadion. Mein Fall war das noch nie. Alleine durch meine Reisen in andere Länder und das Beobachten anderer Kulturen und Fanszenen, fühle ich mich schon viel mehr zum adretten und schicken Auftritt im Stadion hingezogen. Aber wer sich ein bisschen auch mit der Ultraszene auseinander setzt weiß, dass das ganze Casual-Ding ja eh gerade sehr „gehyped“ ist vorallem durch Instagram und die ganzen sozialen Netzwerke.
Was mir persönlich gut gefällt, allerdings könnte ich oft an die Decke gehen was für Menschen sich als Casuals sehen oder bezeichnen, da einfach bei den allermeisten jeglicher Verstand von Mode und wie man Sachen kombiniert bzw. welche Sache wirklich gut aussehen, fehlt. Deswegen nehme ich auch bewusst immer ein wenig Abstand vom Wort „Casuals“, auch wenn es sogar auf unserer Seite als Defintion für uns steht.

4. Was sind eure genauen Ziele, was wollt Ihr erreichen?

Wirkliche Ziele gibt es von Fesch & Frech nicht. Wenn du so möchtest, ist es unser Ziel auch in nächster Zeit wieder möglichst viel Asche in teure Kleidung zu investieren um cool rüberzukommen. Nein, Spaß beiseite. Wir sind einfach eine kleine Gruppe aus Freunden die Gefallen an dieser Subkultur finden. Unsere Ziele liegen auf Unterhaching gesehen genau darin worin sich auch jeder andere Fan wiederfindet. Guter Fußball, Spaß im Stadion und auf Auswärtsfahrten. Bei uns kommt eben nur der Aspekt mit der Kleidung und dem Lifestyle hinzu.

5. Ultras geht es um Zusammenhalt in der Gruppe, um ein bestimmtes Verständnis von Support und sich bei gegnerischen Fans Respekt zu verschaffen. Um was geht es euch und seht ihr euch selbst überhaupt als Fangruppierung?

Wir sind ganz normale Fans der SpVgg Unterhaching mit Interesse für das Spiel und freuen uns über Siege oder ärgern uns über Niederlagen. Respekt von anderen Fans ist immer so eine Sache, weil wer hat schon Respekt vor Unterhaching? Aber wir gehen da ja auch mit der nötigen Selbstironie dran. Zu sagen bleibt das Fesch & Frech immer in allen Belangen bereit steht um unsere Kurve zu vertreten.

6. Ihr habt jetzt mit fesch-und-frech.com euren eigenen Blog im Internet gestartet. Kommen Fanzines nicht mehr gut an, oder wollt ihr gezielt Leute außerhalb von Unterhaching ansprechen?

Der Blog an sich ist eigentlich viel aus eigenem Interesse entstanden. Ich publiziere hier was mir in den Sinn kommt. Dass das zwangsläufig viel mit der Subkultur zu tun hat ist klar. Ein bisschen Selbstdarstellerei gehört aber auch immer dazu, dass ist ja bei allen anderen auch so. Ich glaube die Leute aus der Vorstadt die Interesse an uns haben sind eher beschränkt, das Interesse von außerhalb ist mir da schon etwas wichtiger. Ich will aber auch keinem der vielen zahlreichen Casual-Blogs nacheifern die in den letzten Jahren in Deutschland empor kamen. Viel mehr geht es hier um uns und unseren Verein. Klar werden wir auch zu einigen Sache zum Thema Modetrends oder ähnlichem immer mal wieder etwas Stellung beziehen aber nicht mit dem Ziel es anderen Leute näher zu bringen.

7. Gib uns doch mal einen kurzen Ausblick, was wird uns in Zukunft auf eurem Blog erwarten?

Ich glaube das Motto im Header beschreibt es ganz gut: Fußball, Mode und Lifestyle. Vor allem Geschichten die mit unserer Sache und Unterhaching zusammenpassen, sowie viel von den Reisen rund um den Fußball und sonstige Geschehnisse die man hierzu einordnen kann. Dein Interview war ja so ein bisschen der Startschuss um den Verein in den Fokus zurücken. Mir schwirren da noch viele Gedanken im Kopf rum mit was man so eine Seite ausbauen könnte. Aber Näheres sehen die Leute ja dann in Zukunft, wenn sie regelmäßig bei uns vorbeischauen.

8. Da eure Erlebnisse von Stadionbesuchen etc. handeln, schildert uns doch mal wie ein normaler Spieltag für euch abläuft. Habt ihr z.B. feste Treffpunkte, interne Regeln oder gemeinsame Rituale?

Da es ja leider derzeit keine organiserte „Ultra-Gruppe“ gibt, fällt das mit dem organisierten Spieltag immer ein bisschen flach. Bei Heimspielen, ausgenommen wichtigen Spiele, trifft man sich meistens vorher in der Stamm-Boazn auf ne Hoibe und geht meistens im Anschluss in Richtung Stadion. Dort wird das Spiel geschaut und danach wieder zurück in die Boazn. Auswärts ist es seit der Regionalliga eh ein bisschen zwangloser geworden. Auf irgendwelchen Dorfplätzen ohne Verantwortung für Material oder Abläufe von Busfahrten, kann man sich jetzt mehr gehen lassen. Nächstes Jahr wird’s dann wieder ein bisschen interessanter wenn wir aufsteigen sollte. Zum Glück! Einzige Regel: Keine Gespräche mit den Bullen!
Rituale: Auswärts lang ma uns gern a bissal o!

9. Thema Support in Unterhaching, wie schätzt ihr die aktuelle Lage ein und wo seht ihr Verbesserungsbedarf?

Die aktuelle Lage ist eine Katastrophe. Ich rette mich immer mit dem Gedanken über den Spieltag, dass die anderen Szenen ja hoffentlich wissen dass sich die Periferia aufgelöst hat. Das was zurzeit dort passiert, hat mit einer Kurve die strukturiert ist oder ernsthaft Ziele verfolgt absolut nichts zu tun. Es fehlt auch absolut die Hierachie und Personen die das Ganze führen und leiten. Zudem ist mir das zuviel „Bauchpinselei“ mit dem Verein was der „singenden Pulk“ dort veranstaltet. Eine Kurve sollte unabhängig und autonom von jeglichen Organen agieren können und sollen. Ich hoffe dass sich vorallem durch den sportlichen Erfolg wieder etwas neues bildet, damit wir auch in dieser Hinsicht auf Haching wieder etwas geben können, denn mehr als eine Notlösung kann und darf das nicht sein.

10. Lass uns mal einen kleinen Blick in die Vergangenheit und die Zukunft werfen.
Was waren eure bisher schönsten Erlebnisse mit Unterhaching und was würdet ihr gerne noch erleben?

Also da kann ich nur für mich sprechen und nicht für die anderen Fesch & Frech Lads. Ich gehe jetzt regelmäßig seit der Saison 2004 zu Haching. Sportlich gesehen ging es nur bergab. Einziger Lichtblick waren die Toto-Pokal Erfolge sowie der knapp verpasste Aufstieg 2009. Wenn ich allerdings ein Spiel für mich herausnehmen sollte was ich für mich der Haching-Moment war und ist, dann der 2:1 Sieg über Fürth im bis heute letzten Heimspiel in der 2. Liga. Um es kurz auszuführen: Es steht 1:1 und meines Wissens nach (verbessert mich wenn ich falsch liege) wäre Haching schon an diesem Spieltag abgestiegen wäre es dabei geblieben. Kurzum Ceyhun Gülselam zimmert aus dem Halbfeld den Ball in der 88. Minute in den Winkel und der Sportpark steht Kopf. Sowas habe ich bis dato nicht mehr erlebt was dort an Emotionen und Leidenschaft geboten war. Das wir dennoch einen Spieltag später in Rostock die Liga verlassen mussten, macht es leider umso trauriger.
Um auf die Gegenwart bzw. Zukunft zu schauen bleibt zu sagen dass wir dieses Jahr aufsteigen sollten, damit es wieder interessanter wird. In allen Belangen.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und bis bald auf der Südtribüne.

7 Fragen an… | unserhaching.net

Servus Mike, es ist Winterpause und in Unterhaching geht in diesen Zeiten zumindest von der Fanseite gesehen nicht viel voran. Trotz dessen gibt es Leute wie dich, die eben ihren Idealismus in Dinge wie die Fotografie der Kurven und rund um das Geschehen um die Spielvereinigung Unterhaching stecken. 

Stell dich und das Projekt „unserhaching.net“ doch einfach einmal kurz vor.

Servus und danke für die Einladung zum Gespräch.

Kurz zusammengefasst ist „unserhaching.net“ eine Hachingfanseite von einem Hachingfan für alle anderen Hachingfans.

Mit unserhaching.net sollte vorrangig eine Fotodatenbank rund um die Fanaktivitäten der SpVgg Unterhaching geschaffen werden. Die ausschlagenden Punkte zur Gründung waren die Abschaltung der bisherigen Fotoseiten wie VH99 oder die der rot-blauen Falken, sowie ein Festplattencrash an meinem Computer, welcher leider zum unwiederbringlichen Verlust zahlreicher Fotos führte.

Da ich seit der Saison 92/93 regelmäßig zu den Spielen der SpVgg Unterhaching in den heimischen Sportpark pilgere und seit dem Jahr 2000 auch in der Fanszene aktiv bin, hat sich bei mir über die  Zeit einiges an Bildmaterial angesammelt.

Um den anderen Hachingfans auch aktuelle Fotos bieten zu können fotografiere ich auch seit knapp einem dreiviertel Jahr aktiv das Kurvengeschehen bei Heim- oder Auswärtsspielen.

Dadurch sind mittlerweile über 3000 Fotos aus über 150 Spielen von der Saison 2002/03 bis jetzt für alle Interessierten Hachingfans online.

Die Seite selbst befindet sich allerdings noch in einer Findungsphase und wird stetig weiterentwickelt. Dabei lerne ich auch immer mehr dazu, da ich keinerlei Vorkenntnisse in CMS, HTML, CSS, Social Media oder Fotografie vorzuweisen habe.

Dass die Seite trotzdem ganz gut ankommt habe ich schon ein paar mal gehört und es freut mich natürlich, da das der Lohn meiner Arbeit ist. Zu guter Letzt ist auf der Seite bewusst keine Werbung zu finden, da ich damit kein Geld verdienen möchte.

Die Seite „unserhaching.net“ ist jetzt seit etwa einem Jahr online. Früher ging es oft darum die schönsten Fotos und die besten Schnappschüsse online zu stellen. Ich finde dass eine Seite wie deine, Tatsachen darstellen sollte und nicht aus einer vermeintlich schlechten Situation durch ein geschöntes Foto einen großen Augenblick zaubern muss. Gehst du bei dieser Meinung mit?

Das Problem ist doch gerade bei kleineren Vereinen wie Unterhaching, dass viel zu wenig Leute ins Stadion kommen. Wenn ich dann noch Fotos online Stellen würde die eine Grabesstimmung suggerieren, hätte man als Außenstehender doch keine Lust in Zukunft mal ins Stadion zu gehen.

Ich finde gerade die Fans sind das Aushängeschild eines Vereins. Die eigene Mannschaft kann auch mal kacke spielen, aber die Leute würden trotzdem wegen der Stimmung kommen.

Deshalb verstehe ich unserhaching.net schon ein klein wenig als Werbeplattform für potentielle Zuschauer, um zu zeigen dass von der Fanseite doch einiges los sein kann, gerade bei Auswärtsspielen.

Allerdings teile ich deine Meinung dass wenn rein gar nichts los ist, auch kein großer Augenblick gezaubert werden muss. Ich möchte mir nicht in 10 Jahren die Fotos anschauen und mir denken ob ich damals bei einem ganz anderem Spiel gewesen bin.

Ich habe früher ja auch einmal fotografiert (u.a. für die Periferia). Früher hat es mich immer ein wenig geärgert bei verschiedenen Spielen nicht im Block sein zu können um 90 Minuten Gas zu geben. Hat sich der Wille so eine Foto-Seite zu gestalten und zu pflegen bei dir auch ein wenig durch die nicht mehr vorhandene Szene verstärkt? Versucht man durch die Fotografie untergegangene Ziele und Ideale anders auszuleben als noch vor geraumer Zeit auf der Südtribüne?

 

Nun wenn der Teufel alt wird, wird er fromm. Ich denke ich habe mich in den Fankurven der Republik in den vergangenen Jahren mehr als genug ausgetobt und es ist Zeit für Andere geworden die Fanszene in Unterhaching zu prägen. Zudem habe ich langsam wirklichen Gefallen am Fotografieren gefunden und es macht mir von Spiel zu Spiel mehr Spaß. Auch den etwas anderen Blickwinkel auf die Fankurve bei Heim- und Auswärtsspielen finde ich Klasse.

Außerdem denke ich trage ich durch die Fotos immer noch meinen Teil für die Szene in Haching bei, nur etwas leiser.

Schilder einmal für die Leser einen ganz gewöhnlichen Spieltag aus deiner Sicht.

Bei Heimspielen komme ich ca. 30 Minuten vor Spielbeginn am Sportpark an und bringe in Erfahrung ob am heutigen Spieltag etwas besonderes geplant ist, wie z.B. eine Choreographie.

Je nachdem was ansteht versuche ich den perfekten Standpunkt für den Spielanpfiff zu suchen. Ansonsten ist bei meinen Fotos eigentlich nie etwas geplant, sondern ich entscheide immer spontan was das nächste Motiv wird.

Nach den 90 Minuten habe ich dann zwischen 200-300 Fotos gemacht und eventuell das ein oder andere Video. Dann beginnt der eigentlich mühsamere Teil und ich suche mir aus den geknipsten Fotos die Besten heraus, welche danach, je nach verfügbarer Zeit noch etwas bearbeitet werden. Anschließend wird der Beitrag geschrieben und die Fotos auf unserhaching.net hochgeladen. Dafür fallen pro Spiel insgesamt ca. 3-4 Stunden an Arbeit an.

Auswärtsspiele sind um einiges aufregender, da ich nie weiß was mich vor Ort erwarten wird.

Die Arbeit fängt schon ein paar Tage vor dem eigentlichem Spiel an, da ich zu den Verantwortlichen des gastgebenden Vereins Kontakt aufnehmen und meine Betretungsrechte im Stadion abklären muss. Das hat auch bisher außer bei 1-2 Ausnahmen prima geklappt und ich bin immer wieder positiv überrascht wie professionell manche Vereine aufgestellt sind.

Ansonsten habe ich bei Auswärtsspielen eigentlich den gleichen Arbeitsablauf wie bei Heimspielen mit der Ausnahme, dass in der Fremde meist mehr gefeiert wird und sich dadurch die Beitragserstellung um 1-2 Tage nach hinten verschiebt.

Der Aufstieg in dieser Spielzeit scheint wohl nur noch Formsache zu sein. Sind wir einmal optimistisch, glaubst du dass in der Vorstadt auch mal wieder in der Kurve was zusammengehen könnte. Wenn ja welche Bedingungen müssen hierfür gegeben sein und welchen Anteil hat auch der Verein als offizielles Organ daran?

In meinen Augen trägt die Vereinsführung selbst den größten Anteil an der aktuellen Tristesse im Sportpark, da in der Vergangenheit durch unsinnige Verbote und Weisungen dazu beigetragen wurde, dass der Hauptteil der ehemaligen aktiven Fans entweder nicht mehr ins Stadion geht, oder sich mittlerweile dem FC Bayern, Sechzig oder dem EHC zugewandt haben.

Die aktuelle Vereinsführung befindet sich immerhin auf einem guten Weg, sie streckt zumindest die Hand zu den verbliebenen aktiven Fans aus und hakt sie nicht wie in der Vergangenheit gänzlich ab.

Man wird abwarten müssen wie sich das Ganze entwickelt, da Fans nicht auf Bäumen wachsen wird es noch 3-4 Jahre dauern bis eine neue Generation das Kurvengeschehen bestimmt.

Was mir aber wirklich fehlt sind Respektspersonen zu denen die Fans zum einen aufschauen und die auch sagen wo es langgeht.

Allerdings merke ich bei Auswärtsspielen dass in der Fangemeinde doch noch einiges an Potential steckt. Gerade weil das ein oder andere Bierchen auf der Hinfahrt geflossen ist springen Leute über ihren Schatten und verbrüdern sich, oder es machen ansonsten stille Personen den Mund auf.

Zusammengefasst Saufts mehr!

Abgesehen von vielem, mit Blick auf die Fans die noch geblieben sind oder die meinen es zu sein, glaubst du die Fangemeinde der Rot-Blauen ist zu hörig im Bezug auf den Verein und dessen Funktionäre? Würde oft nicht mehr Kritik oder Mitsprache der Fans dem Verein gut tun?

Um es kurz zu machen nein, ich denke Kritik ist nicht mehr angebracht, zumindest an der Vereinsführung. Auf der Mitgliederversammlung war der letzte Zeitpunkt seinem Ärger Luft zu machen und jetzt müssen wir mit der Ausrichtung des Vereins leben und diese mittragen.

Trotz aller Kritik an Manni Schwabl im Vorfeld der Mitgliederversammlung, habe ich noch niemanden getroffen der die SpVgg Unterhaching so lebt wie er.

Bisher habe ich ihn bei jedem auch noch so unbedeutenden Kick an der Seitenlinie stehen gesehen und dass nicht nur bei den Profis, auch bei den Jugendabteilungen.

Man merkt wie wichtig ihm dieser Verein geworden ist und ich kann nur den Hut ziehen, vor dem was er in der kurzen Amtszeit geschaffen hat.

Enormen Verbesserungsbedarf hat die SpVgg allerdings noch im Umgang mit den Fans, wie z.B. dass Facebookpostings auf der SpVgg Seite grundsätzlich nicht beantwortet werden, oder auf Emails keine Antwort erfolgt. Zudem würde ich und bestimmt auch viele andere sich über neue Becher für den Getränkeausschank freuen (Becher seit der Erstliga-Zeit nicht mehr erneuert! Anm. d. Verf.).

Aber das sind nur Kleinigkeiten die Freude über Haching TV, den neuen Fanshop, das neue Speisenangebot im Stadion, die neue Stadionzeitung und vor allem die absolut klasse Mannschaft überwiegt bei mir bei weitem.

Man merkt das die SpVgg endlich auch in der Außendarstellung professionell wird.

Kommen wir zum Ende nochmals zu deinem Projekt. Was erhoffst du dir in der Zukunft von der Seite? Soll sie auch von offizieller Seite mehr wahrgenommen werde oder soll es nach wie vor ein Portal ausschließlich von Fans für Fans bleiben?

Ich erhoffe mir vor allem noch eine Menge Spaß, denn wenn der fehlen würde hätte unserhaching.net auch keine Zukunft mehr.

Klar würde ich mich auch über mehr Aufmerksamkeit vom Verein freuen, allerdings wird die Ausrichtung ausschließlich von Fans für Fans bleiben da ich meine Unabhängigkeit unbedingt bewahren möchte.

Danke Mike für das Gespräch.

Fotos & Videos von „Unserhaching“ findet ihr unter: http://www.unserhaching.net

Lissabon | Dez. 16

Nachdem die Regionalliga Bayern ihren Spielbetrieb schon eingestellt hatte, hieß es für uns Augen auf und versuchen, mal wieder ein paar internationale Grounds mitzunehmen. In den Blickwinkel hierfür fielen für das vorgesehene Wochenende nur zwei Partien, die uns reizvoll genug erschienen und wozu auch die nötige Lust vorhanden, war die durchaus damit verbundenen Strapazen auf sich zu nehmen. Cagliari – Napoli oder das Stadtderby in der portugiesischen Hauptstadt zwischen Benfica und Sporting Lissabon. Letztlich fiel die Wahl dann auch aus Bequemlichkeitsgründe auf Lissabon, da Flüge nach Cagliari nur mit langen Wartezeiten in Rom verbunden, verfügbar waren.

Kurzum: Flug und Hotel gebucht und schon standen wir am Terminal zum Abflug bereit. Die 3 Stunden Flugzeit vergingen dann trotz einiger Luftlöcher und Notlandungen recht schnell und somit konnten man sich als allererstes des guten Wetters erfreuen. Waren es hierzulande noch grausige -4 Grad gewesen so konnten wir uns unten über frühsommerliches Wetter erfreuen bei dem das Thermometer meistens etwas um die 20 Grad Marke anzeigte.

Gleich nach der Ankunft fuhren wir dann mit einem schwindligen Taxifahrer der versuchte uns erstmal geschmeidig über den Tisch zu ziehen und dafür auch noch Trinkgeld erhielt zu unserer Absteige. Ich denke mal, dass wir schon durchaus positiv überrascht waren in was für einem guten Hotel wir dort gelandet waren. Guter Service, schickes Ambiente und geile Girls hinterm Tresen (naja ok, eigentlich waren sie doch guad reudig).

Gleich stand also der erste geplante Stadionbesuch an. Der Club OS Belenenses ist zumindest mit seinem Stadion im Süd-Westen der Stadt beheimatet. Von unserem Hotel eine halbe Weltreise, allerdings dem Umstand geschuldet, dass man in völlig überfüllten Bussen, die nicht klimatisiert sind und auch noch mit südländischer Unpünktlichkeit fahren, durch die halbe Stadt irrt, um endlich zum gewünschten Ort zu gelangen. Dass sich der Ground aber auf jeden Fall lohnt ist spätestens mit Betreten des Stadions klar. Direkt am Meer gelegen mit Blick auf die „gefälschte“ Golden Gate Bridge und den „geklauten“ Jesus aus Rio, kann man hier unterirdischen Fußball sehen. Wenn man bedenkt, dass das heutige Spiel OS Belenenses gegen CS Maritimo ein 1. Liga-Spiel war, so kann man mit Sicherheit sagen, dass diese Teams wahrscheinlich bei uns nicht mal gestandene 3. Ligisten wären. Ich hab auch ehrlich gesagt keine Ahnung mehr wie das Spiel endete. Wenn wir nun über das Drumherum reden, hat das ganze natürlich einen gewisses Flair. Die Heimkurve auf der Gegengerade versuchte immer wieder sporadisch mit etwa 30 Leuten spielbezogen ein bisschen Stimmung ins leere Rund zu bringen. Die Gästefans hingegen waren mir irgendwie suspekt, da sie alle saßen und irgendwie nicht wirklich als Gäste zu erkennen waren. Die Atmosphäre im Stadion erinnerte mich irgendwie ein bisschen an den heimischen Sportpark, ab und an sehr gespenstisch und langweilig allerdings doch mit Potenzial, was aber nicht ausgeschöpft wurde. Ich muss ehrlich sagen, dass diese Stadion von beiden Stadionbesuchen in Lissabon mir persönlich mehr gegeben hat, auch wenn man sich nur gelangweilt auf der Tribüne sonnen konnte.

Am Abend erfreute man sich noch über die SPA-Landschaft im Hotel bei der wir, um den Pool benutzen zu dürfen, Badekappen tragen mussten die kurzer Hand zu Sturmhauben umfunktioniert wurden und ab diesem Zeitpunkt auch irgendwie kein anderer Badegast mehr den Pool benutzen wollte.

Tag 2.

Aufgestanden, gefrühstückt und geschaut wie wir an Karten für das Hauptspiel der Reise kommen sollten. So fuhren wir mit der Bahn zum Stadion, um dort über den offiziellen Schalter noch Karten für das Spiel zu kaufen. Dort angekommen hieß es, dass das Spiel ausverkauft sei und wir somit völlig umsonst hier gewesen wären. Dennoch Mittel und Wege gibt es immer, sich Karten für so ein Spiel zu beschaffen, nicht zuletzt unseriöse Schwarzmarkt-Seiten im Internet. Als wir dann über die besagten Anbieter unsere Karten geordert hatten, warteten wir auf unsere „E-Tickets“, die uns per Mail zugestellt werden sollten. Und wie soll es anders sein, es kam natürlich keine Mail. Oder etwa doch? Eine Mail komplett auf portugiesisch ereilte uns, als wir schon nicht mehr daran glaubten, in der ein Abholort für unsere Tickets stand.

Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Weg um die Tickets abzuholen. Sie lagen in einem Hotel irgendwo im Norden der Stadt (Campo Grande). Irgendwie waren wir froh, dass wir jetzt doch relativ unkompliziert an Tickets gekommen waren. Im Hotel selbst fragten wir an der Rezeption nach unseren Karten, da wir davon ausgingen, dass diese dort hinterlegt worden waren. Der Rezeptionist machte uns dann darauf aufmerksam, dass die Karten in Raum 105 im ersten Stock abzuholen seien. Also fuhren wir nach oben, um dort nun endlich die Tickets zu bekommen. Im Raum selber saßen dann eine Frau und weitere zwei Kerle. Der eine Kerl sah aus als hätte ihm gerade irgendwelche Leute alle Knochen gebrochen. Er saß mit blutverschmiertem Gesicht vor seinem Laptop. Neben ihm Geldscheine und ein riesiger Stapel von Tickets für das Derby. Kurzum, er hatte unsere Tickets nicht und somit wurden wir immer weiter vertröstet noch zu warten, da er versuchen würde, irgendwelche anderen Händler zu kontaktieren, um nach unseren Tickets zu fragen. Mit der Zeit füllte sich das kleine Hotelzimmer immer mehr, und Leute die sowohl kaufen wollten als auch Bekannte von dem Kerl am PC waren, kamen herein. Eine komische Atmosphäre war das, keiner unterhielt sich, und alle waren irgendwie angespannt und nervös. Nach langem Hin und Her wurde man dann gebeten, den Raum zu verlassen, was mir selber eigentlich auch ganz recht war. Einfach wie einem schlechten Film.

Wir fuhren zum Stadion um doch noch vor Ort eine Karte zu erhaschen. Was dann auch wunderbar klappte. Zwar waren wir pro Kopf 50 Flocken los, allerdings war uns das auch nach dem Tag völlig scheißegal. Der Ticketpreis war mit Tipp-Ex übermalt, als wir ihn wegmachten waren wir schon erstaunt dass die Karte im Oberrang neben dem Gästeblock mit guter Sicht aufs Spielfeld nur 15 Euro Normalpreis gekostet hätte.

Im Stadion selber dann gute Stimmung, allerdings muss ich sagen dass mich der Gästeblock von Sporting schon mehr faszinierte, da der Support einfach italienischer bzw. auch mehr Richtung unseren Vorstellungen vom Support ging. Auf Benfica Seite ging teilweise das ganze Stadion mit. Es war laut, aber geflasht hat es mich nicht. Drumherum war es mir auch wiedermal zu viel Event. Somit geht der Sieg auf den Rängen an diesem Abend klar an Sporting aus meiner Sicht. Sporting hatte auch irgendwie den motivierteren Haufen am Start. Als wir nach dem Spiel das Stadion verließen, warteten wir ,bis die Gästefans das Stadion verließen, da diese eine Blocksperre erhielten. Im Prinzip fehlte irgendwie trotzdem der nötige Hass, der so ein Derby ausmacht und prägt. Ein bisschen Gepöbel und anspucken gab es dann noch, aber alles in allem eher schmal. Da hatten wir uns doch ein wenig mehr erhofft.

Der Abend endete wiederum beim ein oder anderen Bier auf der Dachterrasse des Hotels.

 

Tag 3.

Kommen wir zum letzten Teil der Reise. Heute versuchten wir noch einige Sehenswürdigkeiten wie etwa die „Cristo Rei“ mitzunehmen. Mit dem Boot rüber auf die Halbinsel und einige Fotos gemacht sowie etwas gegessen. Danach noch ab ins Vereinsmuseum von Benfica, abermals am Stadion. Das Museum war ganz ordentlich aufgemacht, aber auch hierbei hatte man sich ein bisschen mehr erwartet. Einziger Höhepunkt war der Elfmeter-Simulator bei den der Torwart Bälle hält die klar drin waren.

Hiernach ging es dann für uns auch wieder zum Flughafen und ab in die Kälte.

Das Fazit der Reise ist, vor allem für mich, dass sich eine Reise in die Stadt Lissabon immer lohnt. Allerdings lässt sich vieles in 3 Tagen abklappern und somit braucht man auch vorerst nicht wiederkommen. Fußballtechnisch war es durchaus interessant, aber es gibt mit Sicherheit viele andere Stadien und Städte in denen man bei einem Derby mehr geboten bekommt.